Tätigkeitsbereich
Rechtsanwalt für Scheidung und Familienrecht in Alanya
Rechtliche Unterstützung in Scheidungs-, Sorgerechts- und Unterhaltsverfahren, die Ihre Rechte schützt und Wert auf Vertraulichkeit legt.
Scheidung und Familienrecht in Alanya
Ein Scheidungsanwalt in Alanya vertritt einen der Ehegatten in einvernehmlichen oder streitigen Scheidungsverfahren, in Sorgerechts- und Unterhaltssachen, bei der Auseinandersetzung des ehelichen Güterstands sowie in Scheidungsverfahren mit Auslandsbezug. In der Kanzlei Sophos Hukuk Bürosu führt Rechtsanwalt Hüseyin Aydın Verfahren vor dem Familiengericht und im Vollstreckungsverfahren auf Grundlage des türkischen Zivilgesetzbuchs Nr. 4721 (TMK). Beratungen finden auf Türkisch und Englisch statt.
Familienrechtliche Streitigkeiten sind neben ihrer rechtlichen Seite auch emotional belastend. In Scheidungs-, Sorgerechts-, Unterhalts- und Vermögensteilungsverfahren ist es ebenso wichtig, dass das Verfahren den Parteien und den Kindern so wenig wie möglich schadet, wie die Rechte zu verteidigen.
Wegen der internationalen Bevölkerung Alanyas kommen Scheidungen mit Auslandsbezug (Ehegatten unterschiedlicher Staatsangehörigkeit, im Ausland lebende Parteien, Anerkennung ausländischer Urteile) häufig vor. Lebt ein Ehegatte im Ausland, lassen sich praktische Fragen wie Zustellung, Vollmacht und Terminplanung über eine Vollmacht regeln; bei der einvernehmlichen Scheidung muss der Richter die Parteien jedoch persönlich anhören, um sich zu vergewissern, dass sie ihren Willen frei geäußert haben, weshalb die Parteien an dieser Verhandlung persönlich teilnehmen müssen (TMK Art. 166/3).
Die Möglichkeiten im Scheidungsverfahren (einvernehmliche Scheidung, streitiges Verfahren, mediationsfähige Fragen) werden anhand des konkreten Falls geprüft.
Scheidungsgründe und Ablauf des Verfahrens
Das türkische Zivilgesetzbuch (TMK) kennt folgende besondere Scheidungsgründe: Ehebruch (Art. 161), Lebensnachstellung, schwere Misshandlung oder Ehrverletzung (Art. 162), Begehung einer Straftat und ehrloser Lebenswandel (Art. 163), böswilliges Verlassen (Art. 164) und Geisteskrankheit (Art. 165). Bei Ehebruch sowie bei Lebensnachstellung, schwerer Misshandlung oder Ehrverletzung erlischt das Klagerecht sechs Monate nach Kenntnis des Grundes und in jedem Fall fünf Jahre nach dessen Entstehung; beim böswilligen Verlassen muss die Trennung mindestens sechs Monate gedauert haben und eine durch Richter oder Notar ergangene Aufforderung erfolglos geblieben sein. Allgemeiner Scheidungsgrund ist die Zerrüttung der ehelichen Gemeinschaft in einem Maße, dass den Ehegatten die Fortsetzung des gemeinsamen Lebens nicht zugemutet werden kann (Art. 166/1).
Hat die Ehe mindestens ein Jahr gedauert, gilt die eheliche Gemeinschaft als zerrüttet, wenn die Ehegatten gemeinsam die Scheidung beantragen oder ein Ehegatte der Klage des anderen zustimmt; für den Scheidungsausspruch muss der Richter die Parteien jedoch persönlich anhören und die Regelung über die finanziellen Scheidungsfolgen und die Lage der Kinder billigen (Art. 166/3). Wurde eine auf einen beliebigen Grund gestützte Scheidungsklage abgewiesen und ist die Lebensgemeinschaft innerhalb eines Jahres nach Rechtskraft der Abweisung nicht wiederhergestellt worden, wird die Ehe auf Antrag eines Ehegatten geschieden (Art. 166/4; Gesetz Nr. 7532, in Kraft seit 27/11/2024).
Für Scheidungs- und Trennungsklagen ist das Gericht am Wohnsitz eines Ehegatten oder an dem Ort zuständig, an dem die Ehegatten vor Klageerhebung zuletzt sechs Monate zusammengelebt haben (Art. 168). Familienrechtliche Streitigkeiten werden vor den Familiengerichten verhandelt; wo kein Familiengericht besteht, ist das Zivilgericht erster Instanz zuständig (Gesetz Nr. 4787 über die Errichtung der Familiengerichte, Art. 2 und 4). Mit Klageerhebung ordnet der Richter von Amts wegen vorläufige Maßnahmen zu Wohnung und Unterhalt der Ehegatten, zur Vermögensverwaltung und zur Betreuung der Kinder an (Art. 169); auf Antrag einer Partei kann die Verhandlung nichtöffentlich geführt werden (Art. 184/6).
Tätigkeiten in diesem Bereich
Einvernehmliche Scheidung
Sind sich die Parteien über die Scheidung und ihre Folgen (Sorgerecht, Unterhalt, Vermögensteilung) einig, ist die einvernehmliche Scheidung in der Regel der schnellere und weniger belastende Weg. Entscheidend ist, das Protokoll so abzufassen, dass es die Rechte beider Seiten wahrt und keine neuen Streitigkeiten auslöst: Ein lückenhaftes oder unklares Protokoll kann noch Jahre nach der Scheidung Gegenstand eines Rechtsstreits werden. Wir begleiten das Verfahren von der Vorbereitung des Protokolls bis zur Verhandlung in einem einzigen Termin.
Streitige Scheidungsverfahren
Können sich die Parteien über die Scheidung oder ihre Folgen nicht einigen, ist ein streitiges Verfahren erforderlich. Es kann auf den allgemeinen Grund der Zerrüttung oder auf besondere Gründe wie Ehebruch, böswilliges Verlassen, Lebensnachstellung und schwere Misshandlung gestützt werden. Die Verschuldensbewertung wirkt sich auf Entschädigungs- und Unterhaltsansprüche aus (TMK Art. 174, 175); die richtige Sammlung und Vorlage von Beweisen ist daher wichtig. Wir führen Ihr Verfahren planvoll vom Schriftsatzverfahren bis zum Urteil.
Sorgerecht, Umgang und Änderung des Sorgerechts
Bei der Sorgerechtsregelung gilt ein einziges Kriterium: das Kindeswohl. Das Gericht berücksichtigt Alter, schulisches und soziales Umfeld des Kindes, seine Bindung zu beiden Elternteilen und die Betreuungsmöglichkeiten und hört Kinder ab einem bestimmten Alter an. Bei der Scheidung steht die elterliche Sorge dem Elternteil zu, dem das Kind überlassen wird (TMK Art. 336); im Scheidungsurteil regelt das Gericht die Rechte von Mutter und Vater und ihren Umgang mit dem Kind, wobei sich der Umgang des nicht sorgeberechtigten Elternteils nach dem Wohl des Kindes in Bezug auf Gesundheit, Erziehung und sittliche Entwicklung richtet (Art. 182). Im Urteil wird darauf hingewiesen, dass das Sorgerecht geändert werden kann, wenn die Umgangsregelung nicht eingehalten wird, sofern dies dem Kindeswohl nicht widerspricht (Art. 182/2). Machen neue Umstände wie ein Umzug oder die Wiederheirat eines Elternteils es erforderlich, trifft der Richter die notwendigen Maßnahmen (Art. 183).
Unterhaltsverfahren
Es gibt drei Arten von Unterhalt: vorläufigen Unterhalt während des Verfahrens, Bedürftigkeitsunterhalt nach der Scheidung und Kindesunterhalt. Der vorläufige Unterhalt gehört zu den während des Verfahrens angeordneten vorläufigen Maßnahmen (TMK Art. 169); wer durch die Scheidung in Bedürftigkeit gerät, kann vom anderen Ehegatten nach dessen Leistungsfähigkeit Bedürftigkeitsunterhalt verlangen, sofern ihn kein schwereres Verschulden trifft (Art. 175); der nicht sorgeberechtigte Elternteil trägt ebenfalls nach seinen Möglichkeiten zu den Kosten für Pflege und Erziehung des Kindes bei (Art. 182/3). Die Höhe richtet sich nach Einkommen und Lebensstandard der Parteien und den Bedürfnissen des Kindes.
Als Rente gezahlter Unterhalt kann bei veränderten finanziellen Verhältnissen der Parteien erhöht oder herabgesetzt werden; er entfällt von selbst bei Wiederheirat des Berechtigten oder Tod einer Partei und durch Gerichtsentscheidung, wenn der Berechtigte in eheähnlicher Gemeinschaft lebt, seine Bedürftigkeit entfällt oder er einen ehrlosen Lebenswandel führt (Art. 176). Gegen einen Schuldner, der einer Unterhaltsentscheidung nicht nachkommt, kann auf Beschwerde des Gläubigers Beugehaft von bis zu drei Monaten angeordnet werden (türkisches Vollstreckungs- und Konkursgesetz (İİK) Art. 344). Aktuelle Entwicklung: Mit Entscheidung vom 4/6/2026, E.2025/156, K.2026/131, hat das Verfassungsgericht (AYM) das Wort „unbefristet“ in TMK Art. 175/1 aufgehoben; die Entscheidung tritt am 30/6/2027 in Kraft. Bis dahin gilt der bisherige Wortlaut; für die Zeit danach ist die gesetzliche Neuregelung zu beobachten. Zum Unterhalt nach kurzer Ehe siehe den Beitrag Kurze Ehe, lange Rechnung.
Auseinandersetzung des Güterstands und Beteiligungsforderung
Für Ehen nach 2002 gilt als Regelfall der Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung: Die Beteiligungsforderung am während der Ehe erworbenen Vermögen beträgt grundsätzlich die Hälfte; ererbtes Vermögen und Eigengut bleiben außer Betracht. Die Auseinandersetzung von Wohnung, Fahrzeugen, Bankguthaben und Gesellschaftsanteilen erfordert technische Berechnungen. Die Bewertung von Immobilien und der Verkauf von Vermögen, das in Miteigentum übergegangen ist, werden gemeinsam mit unserem Bereich Immobilienrecht in Alanya geprüft.
Zwischen Ehegatten gilt grundsätzlich die Errungenschaftsbeteiligung; durch Ehevertrag können die Ehegatten einen der anderen gesetzlichen Güterstände wählen (TMK Art. 202). Errungenschaft sind die Vermögenswerte, die ein Ehegatte während der Dauer des Güterstands entgeltlich erwirbt, einschließlich des Arbeitserwerbs (Art. 219); durch Erbgang oder unentgeltlich erworbene Werte sowie Genugtuungsansprüche sind Eigengut (Art. 220). Jedem Ehegatten steht die Hälfte des Vorschlags des anderen zu; bei Scheidung wegen Ehebruchs oder Lebensnachstellung kann der Richter den Anteil des schuldigen Ehegatten nach Billigkeit herabsetzen oder entziehen (Art. 236). Bei Streitigkeiten über die Teilung beweglicher und unbeweglicher Sachen und die Aufhebung des Miteigentums nach der Scheidung ist die Anrufung eines Mediators vor Klageerhebung Prozessvoraussetzung (Gesetz Nr. 6325 über die Mediation in Zivilstreitigkeiten, Art. 18/B).
Schutz der Familie und Maßnahmen nach Gesetz Nr. 6284
Bei Gewalt oder drohender Gewalt können nach dem Gesetz Nr. 6284 zum Schutz der Familie und zur Verhinderung von Gewalt gegen Frauen Schutz- und Präventivmaßnahmen wie Näherungsverbot, Kontaktverbot und Wohnungsverweisung ohne Vorlage von Beweisen oder Unterlagen beantragt werden (Art. 5, 8/3). Eine Maßnahme kann beim ersten Mal für höchstens sechs Monate angeordnet werden (Art. 8/2); bei Gefahr im Verzug kann auch der Leiter der Polizeidienststelle bestimmte Maßnahmen treffen, und wird die richterliche Bestätigung nicht binnen vierundzwanzig Stunden eingeholt, entfällt die Maßnahme von selbst (Art. 5/2). Gegen die Maßnahme kann binnen zwei Wochen Einspruch beim Familiengericht eingelegt werden (Art. 9). Gegen eine Person, die der Anordnung zuwiderhandelt, wird durch richterlichen Beschluss Zwangshaft von drei bis zehn Tagen verhängt (Art. 13). Die strafrechtliche Seite des Vorfalls wird in Abstimmung mit unserem Bereich Strafrecht in Alanya bearbeitet. Streitigkeiten mit Vorwürfen häuslicher Gewalt sind nicht mediationsfähig (Gesetz Nr. 6325, Art. 1/2).
Scheidungen mit Auslandsbezug, Anerkennung und Vollstreckbarerklärung
Bei der Scheidung von Ehegatten unterschiedlicher Staatsangehörigkeit kommen weitere Fragen hinzu, etwa welches Recht anzuwenden ist, die Zustellung ins Ausland und die Wirksamkeit des Urteils in beiden Staaten. Scheidungs- und Trennungsgründe und -folgen unterliegen dem gemeinsamen Heimatrecht der Ehegatten; bei unterschiedlicher Staatsangehörigkeit gilt das Recht des gemeinsamen gewöhnlichen Aufenthalts, hilfsweise türkisches Recht; für Unterhalt und Sorgerecht gilt dieselbe Regel, während auf Anträge auf vorläufige Maßnahmen türkisches Recht anzuwenden ist (Gesetz Nr. 5718 über das internationale Privat- und Zivilverfahrensrecht (MÖHUK) Art. 14). Hinsichtlich des ehelichen Vermögens können die Ehegatten ausdrücklich das Recht ihres gewöhnlichen Aufenthalts oder eines ihrer Heimatrechte zum Zeitpunkt der Eheschließung wählen; für die Auseinandersetzung von Grundstücken gilt das Recht des Belegenheitsstaates (Art. 15).
Für die Eintragung eines im Ausland ergangenen Scheidungsurteils im türkischen Personenstandsregister gibt es zwei Wege. Ist das Urteil von einer nach dem Recht des Urteilsstaates zuständigen Stelle erlassen, ordnungsgemäß rechtskräftig geworden und widerspricht es der türkischen öffentlichen Ordnung nicht offensichtlich, kann es auf Antrag der türkischen Partei oder ihres Bevollmächtigten auf dem Verwaltungsweg eingetragen werden (Personenstandsgesetz Nr. 5490, Art. 27/A). Wird die Eintragung mangels dieser Voraussetzungen abgelehnt oder muss das Urteil vollstreckt werden (z. B. Unterhalts- oder Sorgerechtsregelungen), wird eine Klage auf Anerkennung und Vollstreckbarerklärung erhoben (MÖHUK Art. 50-58; Gesetz Nr. 5490 Art. 27/A/3). Für die Anerkennung und Vollstreckbarerklärung ausländischer familienrechtlicher Urteile ist das Familiengericht zuständig (Gesetz Nr. 4787 Art. 4/2). Der Antrag auf Vollstreckbarerklärung ist mit der beglaubigten Ausfertigung oder Abschrift des Urteils, dem Rechtskraftnachweis und beglaubigten Übersetzungen einzureichen (MÖHUK Art. 53); für die Vollstreckbarerklärung ist Gegenseitigkeit erforderlich, für die Anerkennung nicht (Art. 54, 58). Zu Fragen unserer ausländischen Mandanten bezüglich Aufenthalt und Staatsangehörigkeit siehe unsere Seite Ausländerrecht in Alanya.
Eheverträge über den Güterstand
Eheverträge, mit denen Ehegatten vor oder nach der Eheschließung Gütertrennung, Gütertrennung mit Teilung oder Gütergemeinschaft wählen, werden entworfen, und bei der notariellen Beurkundung oder Beglaubigung wird beraten (TMK Art. 202-205).
Materieller und immaterieller Schadensersatz bei der Scheidung
Ansprüche des schuldlosen oder weniger schuldigen Ehegatten auf Ersatz des materiellen Schadens wegen durch die Scheidung beeinträchtigter Interessen sowie Ansprüche auf Genugtuung des in seiner Persönlichkeit verletzten Ehegatten werden geltend gemacht oder abgewehrt (TMK Art. 174); für im Scheidungsurteil nicht geregelte Ansprüche wird die Einjahresfrist ab Rechtskraft beachtet (Art. 178).
Gerichtliche Trennung
Anträge auf eine Trennung für ein bis drei Jahre anstelle der Scheidung sowie der Scheidungsantrag, wenn nach Ablauf der Trennungszeit die Lebensgemeinschaft nicht wiederhergestellt ist, werden verfolgt (TMK Art. 170, 172).
Nichtigkeit und Aufhebung der Ehe
Klagen wegen absoluter Nichtigkeitsgründe wie bestehender Vorehe, dauernder Urteilsunfähigkeit oder naher Verwandtschaft sowie wegen relativer Nichtigkeitsgründe wie Irrtum, Täuschung und Drohung werden erhoben und geführt; für die Aufhebungsklage gilt eine Frist von sechs Monaten ab Kenntnis des Grundes und in jedem Fall von fünf Jahren ab Eheschließung (TMK Art. 145-160).
Vermerk der Familienwohnung
Anträge auf Eintragung eines Familienwohnungsvermerks im Grundbuch, der die Veräußerung der Familienwohnung oder die Kündigung ihres Mietvertrags ohne ausdrückliche Zustimmung des anderen Ehegatten verhindert, sowie Klagen gegen ohne Zustimmung vorgenommene Rechtsgeschäfte werden bearbeitet (TMK Art. 194).
Abstammungsverfahren: Vaterschaft, Anfechtung und Anfechtung der Anerkennung
Verfahren zur Begründung oder Beseitigung des Kindesverhältnisses wie Vaterschaftsklagen (TMK Art. 301), Anfechtungsklagen (Art. 286) und die Anfechtung der Anerkennung (Art. 297) werden – bei Bedarf mit Antrag auf DNA-Gutachten und unter Beachtung der gesetzlichen Klagefristen – erhoben und geführt.
Adoption
Anträge auf Adoption Minderjähriger und Volljähriger werden vorbereitet, die gesetzlichen Voraussetzungen, insbesondere das einjährige Pflege- und Erziehungsverhältnis, werden geprüft und das Verfahren vor dem Familiengericht wird geführt (TMK Art. 305-320).
Entziehung der elterlichen Sorge und Kindesschutzmaßnahmen
Ist die körperliche, geistige oder sittliche Entfaltung eines Kindes gefährdet, werden Anträge auf Schutzmaßnahmen sowie auf Entziehung oder Wiederherstellung der elterlichen Sorge vor Gericht gestellt oder abgewehrt (TMK Art. 346-349).
Internationale Kindesentführung und Rückführung des Kindes
Wird ein Kind widerrechtlich ins Ausland verbracht oder dort zurückgehalten, werden Anträge an das Justizministerium als Zentrale Behörde nach dem Haager Übereinkommen von 1980 und dem Gesetz Nr. 5717, Rückführungsverfahren vor dem Familiengericht sowie die Vertretung der Antragsgegnerseite betreut.
Vormundschaft, Entmündigung und Beiratschaft
Anträge auf Entmündigung und Bestellung eines Vormunds für Personen, die ihre Angelegenheiten wegen Geisteskrankheit, Verschwendung, Alters oder ähnlicher Gründe nicht besorgen können, auf Bestellung eines Beirats sowie zu Handlungen des Vormunds werden vor dem Friedensgericht in Zivilsachen verfolgt (TMK Art. 405-429).
Namensführung nach der Scheidung
Anträge einer geschiedenen Frau auf richterliche Erlaubnis, den Familiennamen des früheren Ehemannes weiterzuführen, wenn sie daran ein Interesse hat und dies dem früheren Ehemann nicht schadet, werden vorbereitet und verfolgt (TMK Art. 173/2).
Berufung und Revision
Berufungen gegen Urteile des Familiengerichts zum regionalen Berufungsgericht binnen zwei Wochen ab Zustellung (türkische Zivilprozessordnung (HMK) Art. 345) und Revisionen gegen Berufungsentscheidungen zum Kassationshof (Yargıtay) (HMK Art. 361) werden vorbereitet; auf Rechtsmittel der Gegenseite wird erwidert.
Vollstreckung von Unterhalts- und familienrechtlichen Entscheidungen
Die Vollstreckung rückständigen Unterhalts aus gerichtlichen Titeln, Beschwerden auf Anordnung von Beugehaft nach İİK Art. 344 sowie Anträge auf Durchsetzung von Entscheidungen über den Umgang mit dem Kind und die Herausgabe des Kindes werden betrieben.
Erbstreitigkeiten
Die Erbteilung, Pflichtteilsverletzungen, Scheingeschäfte des Erblassers und Vorwürfe der Vermögensverschiebung sowie Klagen auf Aufhebung des Miteigentums an geerbten Immobilien sind eng mit dem Familienrecht verflochten. Unter Berücksichtigung der familiären Beziehungen prüfen wir zunächst eine gütliche Einigung und führen erforderlichenfalls das gerichtliche Verfahren konsequent. Einzelheiten finden Sie auf der Seite Erbrecht in Alanya.
Vertraulichkeit und Vertrauen
In familienrechtlichen Mandaten hat die Privatsphäre der Mandanten Vorrang. Gespräche werden streng vertraulich geführt; die Prozessstrategie wird in jeder Phase gemeinsam mit dem Mandanten festgelegt.
Fristen, Rechtsgrundlagen und zuständige Stellen
| Vorgang / Verfahrensart | Rechtsgrundlage | Zuständige Stelle | Maßgebliche Frist |
|---|---|---|---|
| Einvernehmliche Scheidung | TMK Art. 166/3 | Familiengericht | Ehe muss mindestens 1 Jahr bestanden haben; der Richter hört die Parteien persönlich an |
| Scheidung wegen Ehebruchs / Lebensnachstellung, schwerer Misshandlung oder Ehrverletzung | TMK Art. 161, 162 | Familiengericht | 6 Monate ab Kenntnis; in jedem Fall 5 Jahre |
| Scheidung wegen böswilligen Verlassens | TMK Art. 164 | Familiengericht | Trennung mindestens 6 Monate + erfolglose Aufforderung durch Richter/Notar |
| Scheidung nach abgewiesener Klage | TMK Art. 166/4 | Familiengericht | 1 Jahr ab Rechtskraft der Abweisung |
| Entschädigung und finanzielle Ansprüche nach der Scheidung | TMK Art. 178 | Familiengericht | 1 Jahr ab Rechtskraft des Scheidungsurteils |
| Bedürftigkeits- / vorläufiger / Kindesunterhalt | TMK Art. 169, 175, 182 | Familiengericht | Während des Verfahrens; für nacheheliche Unterhaltsklagen ist das Gericht am Wohnsitz des Berechtigten zuständig (Art. 177) |
| Gegen säumige Unterhaltsschuldner | İİK Art. 344 | Vollstreckung (auf Beschwerde) | Beugehaft bis zu drei Monaten |
| Einspruch gegen eine Maßnahme nach Gesetz Nr. 6284 | Gesetz Nr. 6284 Art. 9 | Familiengericht | 2 Wochen ab Verkündung/Zustellung |
| Berufung gegen das Urteil | HMK Art. 345 | Regionales Berufungsgericht | 2 Wochen ab Zustellung |
| Eintragung eines ausländischen Scheidungsurteils im Personenstandsregister | Gesetz Nr. 5490 Art. 27/A | Auslandsvertretung / zuständiges Standesamt (nüfus müdürlüğü) | Keine Frist; das Urteil muss rechtskräftig sein |
| Anerkennung/Vollstreckbarerklärung eines ausländischen Urteils | MÖHUK Art. 50-58; Gesetz Nr. 4787 Art. 4/2 | Familiengericht | Keine Frist; Urkunden- und Gegenseitigkeitserfordernisse |
| Teilung beweglicher/unbeweglicher Sachen, Aufhebung des Miteigentums | Gesetz Nr. 6325 Art. 18/B | Mediationsbüro, danach Gericht | Mediator 3 Wochen (+1 Woche) |
Der Fristbeginn wird im Einzelfall anhand der Zustellungs- und Entscheidungsdaten gesondert berechnet.
Weiterführende Ratgeber
Unsere informativen Ratgeber zu Scheidung und Familienrecht:
- Scheidung in Alanya: Ablauf, Unterhalt und Sorgerecht
- Einvernehmliche Scheidung: Voraussetzungen, Protokoll und Ablauf
- Wie läuft ein Scheidungsverfahren ab? Ratgeber zum Verfahren
- Vermögensaufteilung bei der Scheidung und Errungenschaftsbeteiligung
- Unterhalt und Scheidung nach kurzer Ehe: aktuelle Entwicklungen
- Ratgeber zum Umgang mit dem Kind nach der Scheidung
- Zählen Schulgebühren als Unterhalt? (Entscheidung des Kassationshofs)
Arbeitsweise
Der erste Schritt in familienrechtlichen Mandaten ist die Prüfung laufender Fristen und vorhandener Unterlagen (Heiratsurkunde, Personenstandsunterlagen, Einkommens- und Vermögensnachweise, gegebenenfalls ein ausländisches Urteil). Informationen zum Gründer der Kanzlei finden Sie auf der Seite Rechtsanwalt Hüseyin Aydın. Für eine Fallbewertung kann die Seite Kontakt genutzt werden.
Sophos Hukuk Bürosu · Rechtsanwalt Hüseyin Aydın (Rechtsanwaltskammer Antalya, Registernr. 2511)
Güneş Apartmanı, Güllerpınarı Mahallesi Asım Tokuş Bulvarı, Karabüllü Sk. No:2, 07400 Alanya/Antalya · +90 530 336 16 79
Häufig gestellte Fragen
Was Sie wissen sollten
Diese Seite dient nur der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar.